Frau drückt auf ihr schmerzendes Handgelenk

Sehnenscheidenentzündung: Ursachen, Symptome und Behandlung

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Sehnenscheidenentzündung entsteht durch Überlastung, Fehlhaltungen oder entzündliche Erkrankungen und betrifft häufig das Hand- oder Sprunggelenk.
  • Typische Symptome sind ziehende Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Schwellung und eingeschränkte Beweglichkeit entlang der betroffenen Sehne.
  • Ruhigstellung, Kühlen, Physiotherapie, Salben oder Bandagen können die Beschwerden lindern und die Heilung unterstützen.

Was ist eine Sehnenscheidenentzündung?

Sehnen im Handgelenk und anderen Bereichen des Körpers sorgen dafür, dass Knochen und Muskeln miteinander verbunden sind. An Stellen mit besonderer Belastung werden die Sehnen von einer schützenden Hülle aus Bindegewebe umgeben – sogenannte Sehnenscheiden. Diese sind gefüllt mit einer Art Schmierflüssigkeit, der Synovialflüssigkeit, welche die Reibung der Sehnen an den Knochen oder an anderen Bändern verringert.

Wird eine Sehnenscheide dauerhaft stark beansprucht, dann kann eine Sehnenscheidenentzündung (med. Tendovaginitis) entstehen. Dabei können die Sehnen und Sehnenscheiden aneinander reiben und rau werden, was die Schmerzen und auch knirschende Geräusche verursachen kann. Ausserdem kann durch die Entzündung die Sehnenscheide anschwellen und damit die Bewegung der Sehne zusätzlich einschränken. Dadurch reibt die Sehne stärker an der Sehnenscheide, was wiederum die Entzündung verstärkt und zu einem Teufelskreis führt.

Wie kommt es zu einer Tendovaginitis?

Eine Sehnenscheidenentzündung kann viele Ursachen haben – ähnlich wie Muskelschmerzen. Die häufigste Ursache ist eine Überbelastung der Sehnen durch wiederholte, monotone Bewegungen im Alltag, im Sport oder im Beruf. Tätigkeiten wie Arbeiten am Computer, Klettern, Musizieren oder Gartenarbeit gehören zu den typischen Auslösern.

Neben der Überbelastung der Sehnen kann eine Sehnenscheidenentzündung zudem nicht-mechanische Ursachen haben – etwa hormonell bedingt (z. B. Schwangerschaft oder Menopause) oder die rheumatoide Arthritis. In einigen seltenen Fällen kann auch eine bakterielle Infektion, wie etwa eine Borreliose, eine Tendovaginitis auslösen.

Welche Symptome treten bei einer Sehnenscheidenentzündung auf?

Eine Sehnenscheidenentzündung betrifft am häufigsten Hand- oder Sprunggelenke und lässt sich oftmals anhand typischer Symptome erkennen.

Diese sind:

  • Ausstrahlender Druckschmerz entlang der betroffenen Sehne
  • Einschränkungen in der Beweglichkeit
  • Ziehende oder stechende Schmerzen im Bereich der Sehnenscheide bei Bewegung und später auch im Ruhezustand
  • Schwellung, Rötung und Erwärmung
  • Evtl. spür- und hörbares Reiben oder Knirschen

Für die Diagnose tastet der Arzt die betroffene Stelle ab, führt Bewegungstests durch und nutzt bei Bedarf Ultraschall, MRT oder Röntgen. Schmerzen im Hand- oder Fussbereich müssen aber nicht immer auf eine Tendovaginitis hinweisen — ärztliche Abklärung ist daher empfehlenswert.

Wie wird eine Sehnenscheidenentzündung behandelt?

Ein Arzt untersucht das Handgelenk eines Patienten
Schmerzen im Handgelenk können auf eine Sehnenscheidenentzündung hinweisen und sollten ärztlich untersucht werden.

Zunächst sollte versucht werden, die Sehnenscheidenentzündung nicht-operativ zu behandeln. Denn oftmals führen bereits konservative Methoden zu einer Abheilung.

Behandlungsmassnahmen im Überblick:

  • Ruhigstellen und schonen: Entlasten Sie das betroffene Gelenk, um eine Chronifizierung zu verhindern. Unterstützend kann eine Schiene getragen werden.
  • Kühlen: Kälte auf der entzündeten Stelle kann schmerzlindernd wirken und Schwellungen zurückgehen lassen. Wichtig beim Kühlen ist, dass das Kühlpad nicht direkt mit der Haut in Kontakt kommt, sondern durch ein Tuch gepolstert wird – andernfalls können Schäden im Gewebe entstehen.
  • Elektrotherapie: Durch leichte elektrische Impulse in die schmerzende Stelle können die Schmerzen ebenfalls gelindert werden. Diese Form der Therapie kann in ambulanten Sitzungen wahrgenommen werden.
  • Medikamente: Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente mit beispielsweise Ibuprofen oder Diclofenac können ebenfalls dabei helfen, die Beschwerden zu verringern. Diese können in Form von Tabletten oder einer Salbe angewendet werden. Bleiben die Schmerzen bestehen, kann unter Umständen auch eine kortisonhaltige Spritze injiziert werden.

Wenn die Schmerzen abklingen, helfen physiotherapeutische Übungen dabei, die Sehnen zu stärken und das Risiko eines Rückfalls zu verringern. Eine Bandage — etwa am Hand- oder Fussgelenk — kann zusätzlich stabilisieren und vor erneuten Überlastungen schützen.

Wann ist bei einer Sehnenscheidenentzündung eine OP sinnvoll?

Einen Sehnenscheidenentzündung-OP ist nur selten notwendig. Der operative Eingriff wird in der Regel nach fehlgeschlagenen konservativen Methoden in Betracht gezogen und sollte nach ärztlichem Rat erfolgen.

Kommt es zu einer Operation, wird entweder das entzündete Gewebe entfernt oder die Sehnenscheiden so eingeschnitten, dass die Reibung mit den Sehnen unterbunden wird.

Welche Hausmittel können bei einer Sehnenscheidenentzündung helfen?

Hausmittel können Beschwerden lindern, ersetzen aber keine ärztliche Diagnose oder fachliche Behandlung.

Geeignete Hausmittel:

  • Quark-Umschlag: Kalt aufgetragen, wirkt er abschwellend und beruhigend.
  • Heilerde-Packung: Kalt angerührt und aufgetragen, hilft sie bei Muskel- und Gelenkschmerzen; nach 15–20 Minuten abwaschen.

Wie kann man einer Sehnenscheidenentzündung vorbeugen?

Eine Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk lässt sich unter anderem durch einen ergonomischen Arbeitsplatz vorbeugen. Wer viel am Computer arbeitet, kann dadurch die Sehnen und Sehnenscheiden überbelasten.

Eine ergonomische Maus sowie eine Handballenauflage können vorbeugend wirken. Aber auch regelmässige Bewegung der Hand- und Sprunggelenke kann einer Sehnenscheidenentzündung vorbeugen. Integriere am besten Präventionsübungen gegen verschiedene Muskel- und Gelenkbeschwerden in den Alltag ein, damit im besten Fall keine Sehnenscheidenentzündungen entstehen.

Diese Übungen sollten nicht in der akuten Phase der Sehnenscheidenentzündung angewandt werden, sie eigen sich aber gut zur Prävention und um nach dem Abklingen einer Entzündung die Beweglichkeit im Gelenk wieder herzustellen.

 

Bitte beachten Sie, dass keiner der hier erteilten Ratschläge die Untersuchung durch einen Arzt ersetzen kann.

Wichtig: Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie sich eine Verletzung zugezogen haben oder Sie einen Bandscheibenvorfall vermuten. Werden die Beschwerden von Rötungen, Schwellungen, einer Überwärmung der Gelenke, von anhaltenden oder schweren Schmerzen und/oder neurologischen Beschwerden begleitet (z. B. Taubheitsgefühle, Kribbeln) oder strahlen die Schmerzen in die Beine aus, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Weitere Informationen zu Hansaplast-Produkten erhalten Sie bei der Hansaplast-Hotline 00800 4940 1911 (9 - 12 Uhr, gratis). Ausserdem können Sie sich mit unserem Kontaktformular an uns wenden.

Zuletzt aktualisiert: 19.12.2025

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