Kind mit Wunde

Wundarten im Überblick

Ob Schürfwunde, Schnittwunde oder Platzwunde – es gibt viele Wunden, die individuell versorgt werden müssen. Wir zeigen Ihnen die gängigsten Wundarten!
Verletzungen gehören zum Alltag dazu, sowohl kleine Schürfungen als auch grössere Schnittwunden. Welche Behandlung die Beste ist, hängt von der jeweiligen Wunde ab. Wir zeigen Ihnen die gängigsten Wundarten im Überblick!

Mechanische Wunden

Eine mechanische Wunde ist eine sehr verbreitete Wundart, welche durch eine Gewalteinwirkung entsteht. Ein Fahrradsturz oder ein Schnitt mit dem Küchenmesser können jedoch ganz unterschiedliche Arten von Wunden verursachen. Wir zeigen Ihnen alle Wunden, die durch einen äusseren, mechanischen Einfluss entstehen:

Schürfwunden

Jeder hat es als Kind oder selbst als Erwachsener erlebt: die ein oder andere Schürfwunde am Knie, Ellbogen oder Handfläche. Dabei kommt es zu einer Verletzung der oberen Hautschicht, die meist in Folge eines Sturzes entsteht. Raue Oberflächen verletzen dabei die Haut und können auch zur Blutung führen. Jetzt ist eine schnelle Versorgung gefragt, damit sich die Wunde nicht infiziert.
Kind mit Schürfwunde
Schürfwunden sind eine sehr gängige Wundart.
Reinigen Sie dabei die Wunde sorgsam, bis sich kein Schmutz mehr in der Wunde befindet. Aber auch Einfühlsamkeit ist in diesem Moment wichtig, falls sich Ihr Kind erschreckt hat. Einfach beruhigen, Trostpflaster aufkleben & schon verschwinden die Tränen. Verwenden Sie für die weitere Behandlung eine Wundsalbe. Diese unterstützt den Heilungsprozess und reduziert das Risiko von Narbenbildung.

Platz- und Quetschwunden

Wenn Kinder beim Aufstehen gegen einen Tisch stossen oder gegen eine Kante fallen, entstehen schnell Platzwunden. Das sind durch ein aufplatzen der Haut entstandene Wunden. In den meisten Fällen sind diese Wunden ernster, als sie erscheinen und Sie sollten direkt den Arzt aufsuchen. Meistens bleiben kleine Narben zurück, die durch gute Behandlung oft kaum mehr sichtbar sind. Was jetzt zählt ist die richtige Erstversorgung. Drücken Sie hierzu mit einem sterilen Tupfer auf die offene Wunde. Dadurch wird die Blutung erstmal gestoppt.
Platzwunde mechanische Wundart
Platzwunden gehören in ärztliche Hände.

Schnittwunden

Verletzungen aller Hautschichten mit glatten, abgegrenzten Wundrändern werden als Schnittwunden bezeichnet. Sie werden meist durch scharfe Gegenstände, wie Messer oder Glasscherben, verursacht. Leichte Schnittwunden sind ungefährlich und äussern sich meist durch lästige Juck- oder Spannungsschmerzen. Falls die Schnittwunde durch Glasscherben entstanden ist, entfernen Sie vorsichtig alle Glassplitter und reinigen Sie die Wunde gründlich.
Kind mit Pflaster am Finger
Leichte Schnittwunden verheilen schnell.
Geht der Schnitt jedoch tiefer, können darunter liegende Nervenbahnen, Sehnen und Hauptadern verletzt sein. In diesem Fall ist ein Druckverband mit steriler Wundauflage hilfreich. Um den Wundheilungsprozess zu unterstützen, pflegen Sie die Schnittwunde mit hautfreundlichen Cremes oder Sprays.

Blasen an Händen und Füssen

Eine Fahrt mit neuen Rollschuhen oder das Tragen von schweren Einkaufstaschen führt schnell zu unangenehmen Blasen. Da die Haut an Händen und Füssen sehr dünn ist, kommt es oft zu einem Riss der Blase. Nach dem Austritt des Gewebewassers entsteht eine Wunde. Reinigen Sie den verletzten Bereich gründlich. Kleben Sie die Blase im Anschluss mit einem festen aber atmungsaktiven Pflaster sorgfältig ab. So schnell Blasen entstehen, so schnell werden Sie die lästige Wunde auch wieder los.
Blase am Fuss
Eine offene Blase immer gründlich reinigen.
Dafür gibt es spezielle Blasenpflaster mit Aktiv-Gel Polster. Sie sorgen für eine sofortige Schmerzlinderung und schnellere Heilung. Um den Heilverlauf zu unterstützen können Sie auch zusätzlich eine Wundsalbe auftragen.

Kratz -und Bisswunden

Kratz- und Bisswunden werden häufig durch Tiere, aber auch durch Menschen verursacht. Deshalb besteht auch eine sehr hohe Infektionsgefahr. Krankheitserreger können über den Speichel oder über die Krallen in die Wunde gelangen und so zu schweren Infektionen, wie beispielsweise Tetanus, führen. Deshalb müssen Kratz- und Bisswunden immer vom Arzt untersucht werden. Ausserdem sollte der Tetanus-Impfschutz überprüft werden. In leichteren Fällen wird nur die Haut verletzt. Auch hier ist Erste Hilfe gefragt. Wunde gründlich reinigen, abdecken und mit einer Wundsalbe nachbehandeln.
Bisswunde richtig versorgen
Bisswunden können Krankheiten übertragen.
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Thermische Wunden

Verbrennungen & Sonnenbrand

Bei thermischen Wunden entstehen Hautverletzungen durch das Einwirken von Hitze oder Kälte. Typisch und allseits bekannt ist der Sonnenbrand. Er ist gleichzusetzen mit einer Verbrennung der Haut – verursacht durch die schädliche UV-Strahlung des Sonnenlichts. Leichte Sonnenbrände kann der Körper noch selber stabilisieren. Wenn bei stärkeren Verbrennungen Blasen auftreten, suchen Sie den Arzt auf. Wichtig ist es daher, immer auf einen ausreichenden Sonnenschutz zu achten.
Kind mit Sonnenbrand
Zu viel Sonnenstrahlung führt zu Sonnenbrand.

Das Backrohr aufgedreht, kurz nicht hingesehen und schon hat Ihr Kind eine Verbrennung. Hier ist eineder verletzten Haut wichtig. Halten Sie die verbrannte Stelle mindestens 5 Minuten unter kaltes Wasser. Begutachten Sie die Wunde. Denn jetzt kann sie in 4 Verbrennungsgrade eingeordnet werden.

 

Verbrennungen ersten Grades weisen eine Rötung der Haut auf und verheilen meistens problemlos. Bei Verbrennungen des zweiten Grades handelt es sich um eine Schädigung von Oberhaut und darunter liegender Lederhaut mit Blasenbildung. Hier kommt es zu einer vollständigen Heilung mit oder ohne Narbenbildung. Hingegen sind bei einer Verbrennung dritten Grades weitere Hautschichten betroffen. Es kommt zu einer vollständigen Zerstörung von Oberhaut und Lederhaut. Ist dieser Fall eingetreten, müssen Sie schnellstmöglich den Arzt aufsuchen. Grad 4 ist eine Verbrennung mit irreversibler Verkohlung des Gewebes. Die verbrannten Hautareale werden operativ versorgt.

 

Verbrennungswunden entstehen durch Hitzeeinwirkung mit Temperaturen von über 40 bis 45 Grad Celsius. Dabei entscheiden sowohl die Höhe der Temperatur als auch die Einwirkungsdauer über die Schwere der Verletzung. Bei kleinen Brandwunden 1. und 2. Grades kann eine Wundsalbe aufgetragen werden, um den natürlichen Heilungsprozess zu fördern.

Erfrierungen

Eine weitere Wundart sind Erfrierungen. Dabei werden die Haut und das darunter liegende Gewebe durch Kälte geschädigt. Besonders häufig betroffen sind Finger, Zehen, Nase, Ohren oder Wangen. Sie sind vergleichsweise schlecht durchblutet und haben eine relativ grosse Oberfläche.

 

Oft kann der Arzt erst nach einigen Tagen beurteilen, wie schlimm die Erfrierung tatsächlich ist. Der weitere Verlauf hängt vom Schweregrad ab: Erfrierungen ersten und zweiten Grades heilen wieder vollständig ab. Frostbeulen heilen in der Regel von selbst wieder ab, was jedoch einige Wochen in Anspruch nehmen kann. Wichtig ist es, die Körperstellen in dieser Zeit warmzuhalten. Bei wiederholten Gewebeschädigungen können dauerhafte Beschwerden zurückbleiben.

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Chemische- und Strahlungswunden

Chemische Wunden entstehen durch die Einwirkung von Säure oder Lauge. Die Verätzung des Gewebes wird durch Hautrötung, Blasenbildung oder trockenen Schorf sichtbar. Der Schweregrad der Verletzung hängt hier von der Art der Chemikalie ab. Aber auch deren Konzentration, pH-Wert und die Kontaktdauer spielen eine Rolle. Seltener sind Menschen von Strahlungswunden betroffen. Diese entstehen häufig durch die Bestrahlung im Rahmen einer Krebstherapie oder durch Röntgenstrahlen. In beiden Fällen müssen Sie den Arzt aufsuchen.
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Chronische Wunden

Falls nach einer fachgerechten Behandlung keine Heilung aufgetreten ist, leiden Sie unter einer chronischen Wunde. Grund dafür könnten Erkrankungen der Venen oder Arterien, Druck, Diabetes mellitus sein. Andere Ursachen sind Infektionen, Tumore oder seltene Hauterkrankungen. Die häufigsten chronischen Wunden sind das Beingeschwür, das Druckgeschwür und Fussläsionen bei Zuckerkrankheit. Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist die Therapie.

 

Chronische Wunden gehen in der Regelmit starken Schmerzen einher, unter welchen die Patienten leiden. Eine adäquate Schmerztherapie ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Wundversorgung. Zusätzlich zur Behandlung der Grunderkrankung und der Wundpflege werden verschiedene physikalische Verfahren angewandt. Diese beschleunigen den Heilungsprozess.

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